DCTP NACHT CLUB
23.04.2004
 
   

 

Die Tschernobyl-Nacht

Sendedatum: 23. April 2004 VOX 00:50

Partner: SPIEGEL TV   Kategorie: Zeitgeschichte

Verbrannte Seelen

Im April 1986 explodierte der Block 4 des Kernkraftwerks in Tschernobyl. In Nord- und Mitteleuropa brachte der Maienregen in jenem Jahr keinen Segen. Noch immer ist die Betonumhüllung der Reaktorruine ein Sicherheitsproblem. Zur Zeit wird an einem Projekt gearbeitet, die Unglücksstätte mit einem Stahlgehäuse abzusichern.

Die radioaktiven Elemente, die bei der Explosion freigesetzt wurden, haben Halbwertzeiten von bis zu 300.000 Jahren. Das Gemeinwesen, die Sowjetunion, das für die Kernkraftanlage verantwortlich war, sie plante und für den Schaden haften müsste, hatte zu diesem Zeitpunkt noch eine Lebenserwartung von fünf Jahren.

Tschernobyl gehört zu den Menetekeln unserer Zeit.

Im Einzelnen:

  1. Der Elefantenfuß von Tschernobyl / 15 Min.
    1986 wurde die strahlende Ruine des Kernreaktors von Tschernobyl. Mit einem Betonmantel umhüllt, der inzwischen löcherig ist. Bei der Suche nach den Resten der hochradioaktiven Substanz gelangen sowjetische Wissenschaftler in die Schächte tief unterhalb des Reaktors. In diesem Keller finden sie eine geheimnisvolle Materienmasse, die sie "Elefantenfuß" nennen.
  2. Katastrophe in Hautnähe / 24 Min.
    Die radioaktive Katastrophe von Tschernobyl, deren Output sich mit dem Mairegen von 1986 über weite Teile Europas verbreitete, ging den Menschen im buchstäblichen Sinne "unter die Haut.
  3. Sie haben 40 Sekunden“ / Tschernobyl-Reporter Igor Kostin: kompromisslos, 45 Min.
    11 Stunden nach Supergau in Tschernobyl war der Bildreporter Igor Kostin vor Ort und schoss die ersten Bilder. Seine Fotos, die um die Welt gingen, sind ein bizarres Zeugnis von Ereignissen, denen Menschen und Staaten nicht gewachsen sind.
  4. „Weil die Gelder knapp sind, wird nicht operiert“ / Hiltrud Schröder bei den Kindern von Tschernobyl, 24 Min.
    Die Nachwirkungen des Kernkraftunfalls von Tschernobyl sind noch immer erschütternd. Dies gilt besonders für Kinder, die in den zum Teil unzureichend ausgestatteten Kliniken in Weißrussland und im Gebiet um Tschernobyl auf ihre Behandlung warten. Hiltrud Schröder hilft diesen Kindern.
  5. Abschiedsdramen / 15 Min.
    Die Havarie im Reaktor 4 in Tschernobyl brachte den Abschied vom Optimismus für das sowjetische Imperium, in Wirklichkeit aber bezeichnete diese Katastrophe das Ende der Sicherheit in der Welt. Hohe Parteikader verkleiden sich in der Verwirrung jener Tage als Jäger und bemühen sich, die kontaminierten Hunde abzuschießen. Ein hoher Beamter und Wissenschaftler verzichtet auf eine Machtübernahme. Ein Tekkno-Magazin.
  6. Die Todeszone als Zufluchtsort / Anziehungskraft der „Verbotenen Zone von Tschernobyl, 15 Min.
    Flüchtlinge aus den Bürgerkriegsgebieten der GUS, ein Förster, der seinen Wald vermisst, Frauen, die aus der Zone von Tschernobyl umgesiedelt wurden, kehren in das tödlich verstrahlte Gebiet zurück. Mit Swetlana Alexijewitsch.
  7. „Der Wind, der reinigt das“ / Oxana Pentak, eine Augenzeugin der Katastrophennacht von Tschernobyl berichtet, 15 Min.
    Oxana Pentak, Ingenieurin Automatiksysteme, wohnte in der Unglücksnacht in Pripjet in der Leninstraße - hier war sie dem Reaktorblock näher als die Stadt Tschernobyl. Sie erzählt wie sie sich als Mensch, der mit Technik vertraut ist, Kinder hat, aus den verstreuten Spuren, die auf ein Verhängnis schließen lassen, sich allmählich ein Bild macht.
  8. Tschernobyl im 12. Jahr nach der Katastrophe, 15 Min.
    Der japanische Fotograf Seiichi Motohashi filmt Menschen in der VERBOTENEN ZONE. Hier leben im radioaktiv verseuchten Gebiet Menschen und Tiere. Sie kennen die Orte, an denen die Strahlungen verhängnisvoll sind und können die Orte unterscheiden, an denen die Strahlung zwar ebenfalls wirkt, aber der Weg zum Tod weiter ist.
  9. Zeit der Unschuld / Wie weit sind wir davon entfernt? 15. Min
    Tschernobyl im April 1986 und die Twin Towers im September sind deutliche Menetekel. Wie gemütlich waren Havarien und körperliche Schäden bei den ersten Übungen der Atomtechnik! Eine Rückerinnerung. Musikmagazin.

Gesamtlänge 222 Minuten. Spannend und informativ.

     
 
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